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Aggression bei Kindern: Tipps für Eltern

Hand of a professional family psychotherapist writing notes in front of a couple with a child in a blurred background during a consultation
Hand of a professional family psychotherapist writing notes in front of a couple with a child in a blurred background during a consultation
iStock/KatarzynaBialasiewicz

Aggressives Verhalten bei Kindern ist keine Seltenheit. Was betroffene Eltern wirklich tun können, um ihre Kinder sinnvoll zu unterstützen, erfahren Sie hier.

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Prim. MedR. Ass.-Prof DDr. Peter Voitl, MBA

Kinderarzt / Foto: ZVG

Aggressives Verhalten

Aggressive Reaktionen können eine vorübergehende Erscheinung sein oder sich dauerhaft etablieren. Aggression selbst ist
nicht pathologisch, im Gegenteil, ein gewisses Maß an aggressivem Verhalten ist notwendiger Bestandteil einer gesunden Entwicklung.

Tipps

  • Oft will ein Kind einfach erfahren, wie weit es gehen kann; man sollte daher klare Grenzen ziehen.
  • Bieten Sie Ihrem Kind Gelegenheit, auf andere Weise „Dampf abzulassen“ (z.B. Spielplatz, Sport).
  • Achten Sie auf Ihre Vorbildwirkung! “Wer sein Kind schlägt, lehrt es schlagen”.
  • Kinder sollen sich laut ausdrücken dürfen, wenn sie wütend sind.
  • Liebevolle Zuwendung zum Kind kann viele Aggressionen verhindern.
  • Verstehen Sie, Situationen, in denen Aggressivität entsteht und sprechen Sie mit dem Kind darüber.
  • Nehmen Sie Ihr Kind und seine Bedürfnisse ernst.
  • Lassen Sie nicht zu, dass Ihr Kind Sie oder andere schlägt oder sich selbst schlagen will.
  • Schreiten Sie ein, wenn Ihr Kind verzweifelt ist.
  • Zögern Sie nicht, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, bevor die Situation eskaliert!

Angst im Kindesalter

Ängste sind ebenso wie Aggressionen ein grundsätzlich normaler und notwendiger Bestandteil des Menschseins und daher auch ein normaler Bestandteil jeder kindlichen Entwicklung. Angst als Affekt ist ein psychophysisches Reaktionsmuster.

Tipps

  • Nehmen Sie die Ängste Ihres Kindes immer ernst und sprechen Sie mit ihm darüber.
  • Sofern Sie Ihr Kind beruhigen können, tun Sie dies auch.
  • Bedenken Sie, dass Ihr Kind auch Ihre Angst wahrnimmt. Manchmal kann der andere Elternteil oder eine andere Bezugsperson in dieser Situation besser damit umgehen.
  • Bieten Sie Ihrem Kind größtmögliche Unterstützung und Sicherheit ohne ein angstvermeidendes Verhalten zu fördern.
  • Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie hinsichtlich der Ängste Ihres Kindes unsicher sind und einen starken Leidensdruck beim Kind merken.

Hyperaktivität (ADHS)

Das Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) bezeichnet ein Verhalten, das sich durch notorische Unaufmerksamkeit, Konzentrationsstörungen, Impulsivität und Aktivitätssteigerung mit gesteigerter motorischer Unruhe ausdrückt. Dies erfolgt in einem für den Entwicklungsstand des Kindes abnormen Ausmaß sowie situationsübergreifend.

Was tun?

Nach einer ausführlichen Besprechung der Diagnostikergebnisse mit den Eltern und Kind erfolgt eine kinderpsychotherapeutische Behandlung unter Einbeziehung der Eltern und manchmal auch des weiteren sozialen Umfeldes des Kindes. Für den Großteil der hyperkinetischen Kinder ist eine nicht-medikamentöse Intervention zu empfehlen.


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