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Kindergarten und Schule prägen späteres Gesundheitsverhalten

Three kids are cooking today! Mother is overseeing as a teenage girl and her two brother are chopping and mixing ingredients for family lunch.
Three kids are cooking today! Mother is overseeing as a teenage girl and her two brother are chopping and mixing ingredients for family lunch.
iStock/Imgorthand

Im Kindergarten und in der Schule lernen Kinder nicht nur lesen und schreiben, hier werden auch die Grundlagen für einen gesunden Lebensstil geprägt. „Gesund leben“ umfasst u.a. eine ausgewogene Ernährung, genügend Bewegung sowie vorbeugende Maßnahmen gegen Infektionskrankheiten, wie Hygiene und Impfungen.

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Prim. Univ.-Prof. Dr. Reinhold Kerbl

Generalsekretär der ÖGKJ und Leiter der Abteilung für Kinder und Jugendliche am LKH Leoben © Olivia ROTHMANN

Kindergarten-Erkrankungen: Schnupfen, Husten und Magen-Darm-Infekte

In Gemeinschaftseinrichtungen kommen Kinder in Kontakt mit vielen neuen Keimen. Viele Erkrankungen lassen sich durch vorbeugende Impfungen verhindern, wie Masern, Brechdurchfall durch Rotaviren, Keuchhusten usw. Doch gegen manche Infektionen gibt es noch keine Impfungen. Die richtige Händehygiene und das Vermeiden von weiteren Ansteckungen, z.B. durch das Husten und Niesen in die Armbeuge, sind hier wichtige erlernbare Maßnahmen.

Von mangelnder Handhygiene zur Erkältung

Häufiges Händewaschen sollte für alle Familienmitglieder die Regel sein: vor dem Essen, nach dem Toilettengang, nach dem Streicheln von Tieren, nach dem Schnäuzen oder Husten und wenn man nach Hause kommt. Eine normale Seife und warmes Wasser sind ausreichend. Das Einseifen sollte etwa 15 Sekunden dauern. Der Kontakt von Hand und Mund gilt neben der Tröpfcheninfektion als häufigster Übertragungsweg von Erkältungskrankheiten. Im Vorschulalter können Kinder sechs bis zehn derartige Erkrankungen pro Jahr durchmachen.

Sie werden meist durch Viren verursacht (mehr als 200 verschiedene Arten). Da hierbei keine Antibiotika helfen, sollte das Kind zunächst zu Hause bleiben und viel zu trinken bekommen. Nasentropfen bzw. -sprays und feuchte Luft können – insbesondere nachts – die Nasenatmung erleichtern. Tee mit Kamille oder Salbei hilft oft gegen Halsschmerzen. Bei höherem Fieber oder Atembeschwerden müssen Eltern den Kinder- und Jugendarzt kontaktieren.

Richtige Hygienemaßnahmen als Allheilmittel

Auch Magen-Darm-Infektionen lassen sich durch Hygiene verringern. Eine sogenannte Gastroenteritis kann durch Viren oder Bakterien hervorgerufen werden. Kontaminierte Nahrung oder Wasser können Auslöser sein, obwohl in der Regel eine Ansteckung über ein anderes Kind ursächlich ist. Grundsätzlich gilt, erkrankte Kinder, insbesondere mit Durchfall, Erbrechen und Fieber sollten keine Gemeinschaftseinrichtung besuchen. Bei diesen Erkrankungen ist es wichtig, dass das Kind genug trinkt – bei starkem Brechreiz nur kleine Schlückchen – evtl. auch Elektrolytlösungen zu sich nimmt, da der Körper sehr viel Flüssigkeit verliert (Dehydration). Sind die Bauchschmerzen sehr stark, lassen nicht nach oder leidet das Kind unter Schmerzen im Unterbauch rechts, ist das Erbrochene grün gefärbt (gallig) oder befindet sich Blut im Stuhl oder im Erbrochenen, sind dies Warnzeichen. Dann sollten Eltern sofort mit ihrem Kind zum Kinder- und Jugendarzt. Er gibt Behandlungsempfehlungen und legt fest, wann das Kind wieder in eine Gemeinschaftseinrichtung darf.

Gesunde Ernährung und Aktivitäten im Freien stärken das Immunsystem

Um die Abwehrkräfte zu stärken, eignet sich im Herbst und Winter heimisches Kohl-, Wurzel- und Knollengemüse, denn es ist reich an Beta-Carotin und Vitamin C. Dazu gehören zum Beispiel Weißkohl, Rotkohl, Rosenkohl und Grünkohl, Brokkoli, Karotten, Rote Bete und Schwarzwurzeln. Vitaminreiches Obst sind hierzulande Äpfel und Birnen. Da viele Vitamine direkt unter der Schale stecken, ist es empfehlenswert, das Obst ungeschält, aber gewaschen zu essen. Gemüse wird am besten nur so lange gedünstet oder gedämpft, dass es knackig bleibt. So bleiben die Vitamine erhalten. Die frühzeitige Einführung einer Vielzahl von Obst- und Gemüsesorten und anderen wertvollen Lebensmitteln ebnet den Weg für eine gute Ernährung im späteren Leben.

Rundum gesund mit ausreichender Bewegung

Neben einer vitaminreichen Ernährung stärkt Bewegung die körpereigene Abwehr. Der Körper wird besser durchblutet und eine verbesserte Blutzirkulation begünstigt auch den Transport von Immunzellen ins Gewebe. Bereits im Vorschulalter sollten Eltern ihre Kinder zu Bewegung animieren. Diese brauchen sie auch als Ausgleich, um in der Schule konzentrierter arbeiten zu können.


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